Verratstrauma beim Sündenbock

Toxische & narzisstische Gruppendynamiken | Sündenbock | psychischer Missbrauch

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In der aktuellen Trauma- und auch der Narzissmus-Aufklärung, hören wir ja immer wieder von Bindungs- und Entwicklungstrauma und in dem Zusammenhang auch von der sogenannten Komplextraumatisierung.

Und im letzten Video hatte ich bereits über aktiven und passiven Verrat schon einiges gesagt, wenn dich das interessiert, schau gerne dort auch nochmal rein. Heute wird es einen Hauch wissenschaftlicher.

In diesem Video möchte ich nämlich noch etwas konkreter und ergänzend zu Bindungs- und Entwicklungstrauma über das sog. Verratstrauma sprechen, das vor allem in den USA thematisiert wird. Dazu besprechen wir kurz zur Einführung die Komplextraumatisierung, klären dann, was ein Entwicklungs- und was ein Bindungstrauma ist und dann gehen wir über zum Verratstrauma, worüber ich gerne ein paar Gedanken und Zusammenhänge mit dir teilen möchte.

An dieser Stelle ein Disclaimer: Bitte diagnostiziere dich oder auch andere niemals einfach selbst, es sei denn, du bist dazu berechtigt und bspw. Arzt oder Psychotherapeutin o.ä. Und wenn es dir nicht gut geht, dann suche dir bitte entsprechende Unterstützung.


Was ist eine Komplextraumatisierung?

Im Unterschied zur posttraumatischen Belastungsstörung, die aufgrund eines Monotraumas entstehen kann, also z.B. durch einen Unfall, geht es bei der Komplextraumatisierung, also der komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung um die Folgen, die eher nach einer sequentiellen Traumatisierung – also einer Mehrfach- oder Langzeittraumatisierung – entstehen kann und mehr Symptome beinhaltet. Darunter fallen in der Regel sog. man made traumas, also menschengemachte Traumatisierungen, beispielsweise sexualisierte und körperliche Gewalt.

Zur Komplextraumatisierung können auch sogenannte Mikrotraumata führen, die häufig von außen nicht bemerkt und als Traumatisierungen wahrgenommen oder als solche nicht ernst genommen werden.

Komplextraumatisierungen können ausgelöst werden durch z.B. toxischen Stress, Beschämungen, Erniedrigungen, Angst auslösende Situationen, Vernachlässigung, Mobbing und emotionale Schocks, wie sie beispielsweise durch narzisstischen Missbrauch ausgelöst werden können. Bindungs- und Entwicklungstraumata fallen  beide unter den Bereich der Komplextraumatisierung.

Was ist Entwicklungstrauma?

In den Bereich des Entwicklungstraumas fällt jede Art von Traumatisierung, die zu Störungen einer gesunden Kindesentwicklung führen kann, von vorgeburtlichen Traumata über Gewalt-, Vernachlässigungs- und Verlusterfahrungen in der Kindheit und woraus bspw. Störungen in der Hirnentwicklung, der Beziehungsgestaltung, der Identitätsbildung oder der Emotionsregulation resultieren können. Es geht hierbei also um traumabedingte Entwicklungsstörungen.

Was ist Bindungstrauma?

Bindungstraumatisierungen entstehen immer im zwischenmenschlichen Kontext und betreffen in irgendeiner Art und Weise die Bindung zu wichtigen Bezugspersonen. Dabei kann es um den Verlust einer wichtigen Bezugsperson gehen oder auch um sexualisierte, körperliche oder emotionale Gewalterfahrungen. Die Folgen sind hier eindeutige Beeinträchtigungen der Bindungsfähigkeit. Aus einem Bindungstrauma muss kein Entwicklungstrauma entstehen.

Generell gilt, dass bei Verlusten kein Trauma entstehen muss – z.B. wenn potenziell traumatisierende Verlusterfahrungen durch liebevolle Eltern und Bezugspersonen aufgefangen werden können. Absichtlich herbeigeführte Traumatisierungen durch bspw. Gewalt oder Vernachlässigung sind hingegen Verrat und haben in ihrer potenziell Trauma auslösenden Natur mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit sowohl Bindungs- als auch Entwicklungsstörungen zur Folge.

Beide Traumaarten beziehen sich auf die Kindheit und auf entwicklungsrelevante Umstände, häufig auf sehr frühe Prägungen, weshalb wir sie auch unter Kindheitstraumata subsummieren könnten. [Vgl. Skript, Modul 4, Block 1]


So, jetzt geht es in diesem Beitrag vorrangig um das sog. Verratstrauma, das sich immer auf Vertrauensverhältnisse bezieht und sehr konkret auf das hinweist, was zwischenmenschlich passiert, wenn es vor allem um Bindungstraumata geht, die aktiv von Bezugspersonen hervorgerufen werden können, wie wir das eben häufig mit narzisstischen Bezugspersonen vorfinden. Das Verratstrauma selbst bezieht sich aber nicht nur auf die Kindheit, sondern auch auf Verrat, der zwischen Erwachsenen stattfindet, bspw. in Partnerschaften – wenn z.B. fremdgegangen wird -, oder auch in Freundschaften usw. Es geht hier vor allem um den Mechanismus des Verrats und die Reaktion darauf, wobei es bei mir speziell um die Kindheit und die heute Erwachsenen in narzisstischen Familien geht, also das Ganze auf mein Kanalthema bezogen.

Definition Verrat im Duden:

Bruch eines Vertrauensverhältnisses, Zerstörung des Vertrauens durch eine Handlungsweise, mit der jemand hintergangen, getäuscht, betrogen o. Ä. wird.

Es geht also um den aktiven und in der Regel absichtlichen Bruch eines Vertrauensverhältnisses und nicht darum, dass irgendjemand wahllos irgendjemanden anderen belügt, betrügt oder täuscht. Und das haben wir eben sehr häufig und auf ziemlich abartige Weise bei narzisstischem Missbrauch in Bezug auf häufig die auserkorenen Sündenböcke – und zwar egal in welcher Art Vertrauensverhältnis, wobei das Eltern-Kind-Verhältnis bzw. Bezugsperson-Kind-Verhältnis natürlich ein sehr spezielles und überaus vulnerables Vertrauensverhältnis ist.

Verrat ist also das Gegenteil von Loyalität, Treue und Fürsorge.

Als Kind sind wir ja mit all unserem Überleben auf unsere Eltern bzw. Bezugspersonen angewiesen. Ohne sie können wir nicht überleben. Unsere Familie oder die Stellen, die mit unserer Fürsorge betraut sind, sind, wenn wir klein sind, unsere ganze Erfahrungswelt. Wir können nirgendwo anders einfach hingehen. Und wir haben gar keine andere Wahl, als darauf zu vertrauen, dass diese Menschen es gut mit uns meinen.

Speziell Eltern gehen einen biologischen Vertrag ein, wenn sie Kinder bekommen. Sie schulden den Kindern, gut auf sie aufzupassen und für sie zu sorgen. Sie sind diejenigen, die die Verantwortung haben dafür, dass es ihren Kindern gut geht, sich diese altersentsprechend und gesund entwickeln können und auf ein eigenständiges Leben in dieser Welt vorbereitet werden. Und das ist nicht nur durch Essen, Kleidung, in finanzieller und medizinischer Hinsicht der Fall, sondern auch emotional und psychisch.

Kinder hingegen schulden ihren Eltern gar nichts. Sie haben es sich nicht ausgesucht, auf diese Welt zu kommen. Sie sind allerdings für ihre eigenen Kinder später dann verantwortlich. Und so hat jeder seinen Platz, seine Aufgaben und seinen Wert in der Generationenkette.

Das bedeutet nicht, dass Kinder ihren Eltern nicht helfen und beistehen können oder sollen, aber erstmal schulden sie ihren Eltern rein gar nichts. Und gerade Narzissten sind ja oft der Meinung, dass die Kinder dankbar zu sein haben, weil sie ihr Leben durch ihre Eltern erhalten haben und sie deshalb mit ihren Kindern auch machen können, was sie wollen. Das hat etwas mit dem grandiosen und gottesgleichen Selbstbild von Narzissten zu tun, in dem sie sich selbst idealisieren und die abgelehnten Anteile sehr hart abspalten und eben auf das SB-Kind projizieren. Die Kinder gehören aus ihrer Sicht ihnen – man sagt ja auch, für Narzissten sind ihre Kinder keine eigenständigen Individuen, sondern wie ein verlängerter Arm von ihnen selbst.

— Nein, Kinder schulden ihren Eltern rein gar nichts, schon gar nicht, wenn sie noch nicht erwachsen sind.

Innerhalb dieses biologischen Vertrages, den Eltern ihren Kindern gegenüber zu erfüllen haben, kann es natürlich sein, dass Eltern diese Aufgaben nicht erledigen können, sich aber vielleicht auch keine Hilfe an die Seite holen oder das in dem Moment vielleicht auch nicht möglich ist, wofür die Natur mit gewissen Notfallprogrammen vorgesorgt hat – darunter beispielsweise bestimmte Anpassungsleistungen von Kindern ab einem gewissen Alter oder auch die Übernahme von Verantwortung für jüngere Geschwister, oder sogar die Übernahme von Verantwortung für die Eltern selbst.

Diese Notfallprogramme sind wie der Name bereits sagt dafür gedacht, wenn Eltern kurzfristig ihre Verpflichtungen in einer Notsituation nicht wahrnehmen können oder es Situationen oder Probleme gibt, wo Kinder ohne diese Notfallprogramme nicht überleben könnten. Sie sind nicht dafür gedacht, dass Eltern keine Lust haben, auf ihre Kinder aufzupassen oder Erwachsene denken, sie könnten ihren Kindern einfach alle Verantwortung aufladen, weil das so einfach ist, die Überlebensnot von Schwächeren auszunutzen, wie das z.B. bei den auserkorenen Sündenbockkindern in narzisstischen Haushalten stattfindet.


Die Forschungsarbeit von Dr. Jennifer Freyd

Dr. Jennifer Freyd ist eine der führenden amerikanischen Wissenschaftler:innen, wenn nicht sogar DIE führende Wissenschaftlerin, wenn es um das Thema „VERRAT“ geht. Sie hat eine Website mit kostenfreien Ressourcen und Bücher sowie wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Ich verlinke euch 2 Bücher unten in der Videobeschreibung.

Jennifer Freyd spricht konkret von der sogenannten Betrayal Trauma Theory (BTT) – zu deutsch der Verratstraumatherorie. Verrat entsteht dort, wo Vertrauen (absichtlich) gebrochen und verletzt wird und derjenige, der Vertrauen hatte oder haben musste, zu Schaden kommt. Und in Bezug auf Kinder sind das Menschen, die auf diese Kinder aufpassen sollten und für sie verantwortlich sind, ob Eltern oder andere Autoritäts- oder Bezugspersonen. Es können auch Institutionen gemeint sein.

Und sie spricht davon, dass umfangreicher Verrat traumatische Folgen hat. Ist das der Fall, beschreibt Jennifer Freyd, dass dies die sogenannte Betrayal Blindness, also eine Verratsblindheit erforderlich machen kann, die eine Art Dissoziationsmechanismus darstellt. Sie unterscheidet nochmal Unterkategorien, wie Verdrängung, Dissoziation, traumatische Amnesie oder auch, kein Bewusstsein für bestimmte Dinge, Situationen und Umstände zu haben. Für uns hier geht es dann etwas zu weit und ich möchte das unter grob „dissoziativ“ subsummieren.

Sie sagt z.B. dass wir sogenannte „Alltagsverräterreien“ häufig irgendwie zur Kenntnis nehmen, auch als Erwachsene, und diese gleichzeitig aber schnell nicht mehr bewusst erinnern. Sie bezieht diesen Umstand auf die Speicherung im sogenannten „impliziten Gedächtnis“ – also dem unbewussten Gedächtnis, das wir häufig auch auf das sogenannte Körpergedächtnis beziehen. In dieses unbewusste Gedächtnis werden auch traumatische Erfahrungen geschoben, bspw. wenn wir noch zu klein sind, um Worte dafür zu haben oder bei sehr starken Traumatisierungen, die sich dann nicht bewusst erinnern lassen und sich in starker toxischer Scham, starken Ängsten oder auch z.B. einem starken inneren Richter und vielem Weiterem äußern können.

Sie beschreibt, wie Kinder – aber auch z.B. Erwachsene, die von ihrem Partner oder Freunden etc. hintergangen und betrogen werden –, für diesen Verrat eine Blindheit entwickeln, indem sie dissoziieren. Denn bewusst über Missbrauch Bescheid zu wissen, würde bei Kindern ihr Überleben in Gefahr bringen, nicht zu wissen, bedeutet hingegen, sich mit dem Täter zu verbünden und dadurch das Überleben zu sichern. Bei Erwachsenen passiert das jedoch in ähnlicher Form in vulnerablen Situationen.

Bei Kindern handelt es sich also um ein biologisches Notfallprogramm, um zu überleben. In der Anteilearbeit können wir das mit täterloyalen Anteilen in Verbindung bringen, die aus einer Verratssituation  entstehen. Im Stresstoleranzfenster finden wir die Dissoziation ja meist in der Untererregung des Nervensystems, wo auch depressive Zustände z.B. anzutreffen sind, während Angst und Panik in der Übererregung zu finden sind, wo dann eher der Kampf- und Fluchtmechanismus aktiv ist. Bei dem Verrat haben wir eine starke Korrelation zum sog. Freeze-State, der – ohne gebundene Energie – in der Untererregung zu finden ist und mit sehr viel gebundener Energie des Kampf- und Fluchtreflexes in der Übererregung des Stresstoleranzfensters. Und bei Traumafolgen haben wir ja häufig dieses Einrasten in der Schleife zwischen Übererregung und dem Fall im Wechsel in die Untererregung. Und häufig kommen wir dann von alleine nicht mehr gut ins S-T-F hinein.

Jennifer Freyd nennt diesen eingebauten Schutz der Dissoziation und des Vergessens bei Verrat „Informationsblockade“, eine Art traumatische Amnesie. Laut ihrer Forschungen geht es bei diesem Vergessen nicht darum, das Leid zu mindern, sondern ums blanke Überleben, um durch ein drohendes Misstrauen in die eigenen Bezugspersonen nicht die Entfremdung von eben diesen zu riskieren.

Das Ganze trifft sehr gut auf narzisstischen Missbrauch zu. Wenn man mit heute Erwachsenen spricht, sind viele bereits sehr gut über Narzissmus informiert. Viele beziehen den narzisstischen Missbrauch auf ausbeuterische Partnerschaften. Wenn das mal vorkommt, ist es das Eine, denn es ist sogar relativ wahrscheinlich, heutzutage an Narzissten zu geraten.

Wenn man aber feststellt, dass man immer wieder auf narzisstische Partner und Partnerinnen stößt oder gestoßen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man diese Muster bereits aus der Kindheit kennt. Doch geht es um die Kindheit, haben wir innergesellschaftlich viele, viele Glaubenssätze, die eine Art zusätzliche Hürde zur Wahrheit bilden – ähnlich der von Jennifer Freyd genannten „Informationsblockade“, nur eben kollektiv.

Das geht oft in Richtung von Aussagen wie:

  • „Eltern tun immer ihr Bestes“
  • „Eltern lieben ihre Kinder immer“
  • „Meine Eltern hatten es ja auch nicht leicht“
  • „Ich habe gar keine Lust mich ständig mit den Erziehungsfehlern meiner Eltern auseinanderzusetzen“
  • „Kinder haben ihre Eltern zu ehren“ (also nicht: Wir gehen alle respektvoll miteinander um, sondern die Kinder haben die Eltern zu ehren)“
  • Oder auch: „Immer dieses Elternblaming“
  • Usw.

Mir geht es übrigens grundsätzlich nicht um Elternblaming oder das Aufdrücken von Schuld auf Einzelne oder sowas. Das bringt uns generell nicht weiter. Mir geht es vor allem darum, dass wir gesellschaftlich grundsätzlich an bestimmten Dingen arbeiten müssten, um das Leid einzelner Betroffener zu reduzieren und im besten Fall zu vermeiden – durch eigenes Bewusstsein und aber auch durch gesellschaftliches Bewusstsein für bestimmte missbräuchliche Dinge.

Zum sog. Elternblaming habe ich eher das Gefühl, dass das eher selten stimmt und wir eher eine Tendenz zum Kinderblaming haben. Und ich bin immer auf der Seite der Kinder und denke, dass gerade Narzissten, die gerne über ihre Sündenbockkinder herziehen und sich ihre Zufuhr im Außen holen, ja eben keine emotionale Verantwortung übernehmen.

Und bitte nicht falsch verstehen, Kinder zu haben und daneben vielleicht noch arbeiten gehen zu müssen und den Haushalt zu stemmen und was sonst noch so anfällt, ist anstrengend, aber es kommt einfach ein bisschen auf die Art an, wie man als Eltern damit umgeht… Eltern haben die Verantwortung, und können sich Hilfe holen, was die liebenden Eltern ja häufig auch tun. Narzisstische Eltern tun das in der Regel nicht.

Und Kinder können das nicht und sind auch darauf angewiesen, dass bspw. Therapeuten hier die richtigen Fragen und Diagnosen stellen.

Bitte immer beachten: Bei mir geht es thematisch um einen sehr starken Fokus auf psychischen Missbrauch und das, was in narzisstischen Familien grundsätzlich nicht stimmt, und nicht um Probleme, die noch dazukommen oder die generell in allen Familien passieren können und auch Traumafolgen haben können, wie z.B. tödliche Unfälle o.ä.

So, nochmal zurück zu den heute erwachsenen SB-Kindern:

Das Problem ist, wenn wir ausschließlich von Trauma oder von psychischer Gewalt sprechen, dass das häufig mit den Erfahrungen Betroffener nicht zusammenpasst und sie sich darin so erstmal nicht wiederfinden. ODER sie dieses Mitschwingen eines Vorwurfes an die Eltern vermeiden möchten.

Viele wissen auch gar nicht, dass sie traumatisiert sind und denken, ihre Probleme seien normal. Psychische Gewalt verbinden Viele z.B. mit Lautstärke und schwerwiegenden lauten Gewaltandrohungen. Das haben sie häufig aber ja gar nicht so oder zumindest nicht oft erlebt, wie das, was das eigentliche Problem ist. Viele haben im Moment der Manipulation oder auch in Anwesenheit übergriffiger Menschen weder Angst noch aktive Gefahr gespürt und verknüpfen diese Emotionen nicht mit konkreten und in Vergessenheit geratenen Taten.

Und Viele denken ja tatsächlich erstmal, dass sie eine schöne Kindheit hatten. Und erstaunlicherweise sind das häufig Menschen, die sich oft an gar nicht so viel erinnern können, oder nur an wenige einzelne Dinge, oder die ihre Kindheit oder Eltern total idealisieren. Manchmal gibt es hier auch Rückmeldungen von Freunden, die mal zu Besuch waren und wo alles total perfekt und super und zum Vorzeigen war. Und häufig ist es so, dass diese Menschen dann aber wegen schwerwiegenderer Probleme z.B. in Therapie gehen oder chronische Erkrankungen, Süchte, permanente finanzielle Schwierigkeiten oder tiefgreifende Partnerschaftsprobleme haben. In meinem Video über die sogenannten ACEs – adverse childhood experiences, also traumatische Kindheitserfahrungen, gehe ich auf die sog. ACE-Study ein, die konkrete Folgen von traumatischen Kindheitserlebnissen über einen 10-Punkte-Test thematisiert und die es auch offiziell auf deutsch gibt. Falls dich das Video dazu interessiert, schau da gerne mal rein.

Ja, und wenn man genauer fragt, kommen dann doch plötzlich neben schwerer emotionaler Vernachlässigung vielleicht Misshandlungen, Missbrauch oder sogar auch schwere medizinische Vernachlässigungen zu Tage. Und auch dann sind die Menschen, die darüber berichten, häufig unsicher, weil sie denken, das kann ja alles nicht so schlimm gewesen sein, denn Eltern lieben doch ihre Kinder immer.

Dass das auf Menschen, die sehr narzisstisch sind, nicht zutrifft, können wir uns daraus ableiten, dass sie eine stark reduzierte Empathiefähigkeit haben, wir sprechen bei Narzissten von der sog. kognitiven, also umgangssprachlich kalten Empathie. Und ohne wahre Empathie kann man nicht lieben. Das geht nicht, weil man sich ja gar nicht in den anderen hineinversetzen kann und zu wahrer Intimität nicht in der Lage ist. Deshalb drehen sich narzisstische Paarbeziehungen ja auch sehr schnell von der Idealbeziehung zum Horrortrip, weil es um Idealisierung und nicht um Liebe geht, die dann schnell in die Abwertung und in Schmierkampagnen rutschen kann.

Narzissten idealisieren und werten ab. Sie ziehen ihren Nutzen aus jedem – auch und vor allem aus ihren Kindern, wie auch immer das aussehen mag. Über das idealisierte Goldkind bekommen sie ihre Anerkennung im außen, und über die Abwertungen und Diffamierungen des Sündenbockes stellen sie aktiv ein Machtgefälle her, das ja als Erwachsener zu Kindern sowieso besteht und aber hier aktiv für ihre Zwecke ausgenutzt und verstärkt wird. Gesunde Eltern nutzen dieses Machtgefälle nicht zum Schaden und Ausnutzen, sondern zum Schutz als natürliches und intrinsisches Bedürfnis, ihre Kinder tatsächlich zu beschützen, weil sie den Gedanken an Leid ihrer Kinder überhaupt nicht ertragen können.

Das Verratstrauma ist also immer eine Form des Bindungstraumas und kann auch entwicklungstraumatische Folgen für den Betroffenen nach sich ziehen und auch relativ wahrscheinlich ist. Nur wird hier explizit auf die Komponente des Verrates als Grund für Traumatisierungen verwiesen und darauf, dass eben genau dieser Verrat es ist, also etwas, das aktiv getan oder unterlassen wird, wodurch der Betroffene, der in seinem Überleben und seiner Unversehrtheit vollkommen auf den Verräter oder die Verräterin angewiesen ist, schweren Schaden nehmen kann. Der Betroffene bemerkt zunächst mehr oder weniger subtil, dass sein Vertrauen gebrochen wird, und der Schaden entsteht dann vorwiegend dadurch, dass eine Traumatisierung stattfindet, auf die der Betroffene mit der Verratsblindheit und der Dissoziation der Wahrheit reagieren kann, um überleben zu können. Diese Traumareaktion geschieht dann vollkommen unbewusst und unwillkürlich. Und deshalb sind hier weitere Manipulationstechniken auch so wirksam, wie z.B. Gaslighting, Double Binds oder Verleugnungstaktiken, die diese Verwirrung und schwere psychische Erkrankungen sehr stark fördern können.

Später können Erinnerungen wiederkommen, das muss aber nicht sein und manchmal ist das auch in Ordnung so. Kommt eine solche Erinnerung wieder oder erkennen wir als Erwachsene irgendwann bewusst den Verrat, kann uns das wie ein Donnerschlag treffen.

Und auch hier ist meine Hoffnung und die von anderen Aufklärern, dass nicht nur das Thema populärer wird, wir auch gesellschaftlich besser die Anzeichen für solche schädigenden Umstände erkennen können, und wir dadurch auch bessere Hilfe bekommen, sondern auch dass wir sehen können, dass wir mit diesen Themen nicht alleine sind und insgesamt Stigmatisierungen und Tabuisierungen abgebaut werden können.


Solltest du selbst betroffen sein von psychischem Missbrauch / Mobbing, dann hole dir bitte unbedingt wohlwollende Unterstützung an die Seite von jmd., der sich mit der Thematik auskennt und dir auch das Gefühl geben kann, dass du bei demjenigen gut aufgehoben bist. Du solltest eine gute Psychoedukation – auch bzgl. möglicher Vorgehensweisen mit solchen Menschen, die das tun und Regulationstechniken – erhalten können, um aus einer solchen Situation so schnell wie möglich heraus zu kommen. Denn auch starke Menschen mit einem gefestigten Umfeld können unter Mobbing sehr leiden und psychische oder körperliche Schwierigkeiten bekommen. Du bist nicht alleine!



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Literaturquellen

Bildquelle

Sad Woman Sitting on Floor in Despair | Truecreatives | canva Pro – Truecreatives


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