Psychodynamische Abwehrprozesse: Verleugnung

Toxische & narzisstische Gruppendynamiken | Sündenbock | psychischer Missbrauch

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In dieser Beitragsserie geht es um psychodynamische Abwehrprozesse – hier konkret um die Verleugnung.


Einleitung: Was sind psychodynamische Abwehrprozesse?

Psychodynamische Abwehrprozesse haben ihren Ursprung konzeptionell grundsätzlich in der Psychoanalyse von Freud. Diese Abwehrprozesse dienen dazu, bedrohliche schmerzhafte oder sogar gesellschaftlich nicht akzeptierte Affekte, Gefühle, Verhaltensweisen, Denkmuster etc. – also alles, was uns innerpsychisch in einen Konflikt bringt, irgendwie aufzulösen und abzuwehren, also damit irgendwie umzugehen. Entsprechende Gefühle, die wir vielleicht nicht fühlen möchten, können z.B. allen voran Scham oder auch Angst, Schuldgefühle oder Hilflosigkeit sein. Die wollen wir mit innerpsychischen Abwehrprozessen gerne „händelbar“ machen und entweder ganz abwehren oder so gut es geht abschwächen, damit wir besser damit klarkommen.

Das heißt diese psychodynamischen Abwehrprozesse sind grundsätzlich etwas Menschliches und nichts Pathologisches. Sie haben also erstmal nichts mit einem krankhaften Verhalten zu tun, sondern sie sind grundmenschlich und sie dienen dem Menschen als Schutz und das ist grundsätzlich erstmal was Gutes. 🙂

Sie treten auch – überwiegend muss man sagen – unbewusst auf und sie treten nicht einfach alleine auf. Das ist so ein bisschen auch wie bei Manipulationstechniken. Um die zu erklären, lohnt es sich, eine einzelne Taktik anzuschauen, und auch bei psychologischen Prozessen lohnt es sich, einen zu beleuchten, um ihn zu verstehen. Aber grundsätzlich ist das ganze Thema miteinander verstrickt und verwoben und arbeitet mit anderen inneren und äußeren Prozessen zusammen. Es gibt also nie nur diese eine Projektion bei einem Menschen zu beobachten (oder in sich selbst zu spüren, wenn man weiß, worauf man achten kann), sondern das arbeitet alles Hand in Hand mit weiteren Prozessen. Sie treten also überwiegend unbewusst auf, teilweise gepaart mit anderen innerpsychischen Prozessen.

Einige Persönlichkeitsstörungen – vor allen Dingen diejenigen, die sehr manipulativ sind -, sind dafür bekannt, sich dieser Abwehrmechanismen auf EXTREME Art und Weise zu bedienen. Jetzt geht es bei mir überwiegend um Narzissmus und ich möchte das auch gerne beibehalten und jetzt nicht Ausweiten auf andere Persönlichkeitsstörungen, sondern das gerne auf den Narzissmus beziehen.

Zum Beispiel ist der Narzissmus bekannt dafür, dass er sich auf sehr starke Art und Weise bestimmter psychodynamische Abwehrprozesse bedient. Da wird extrem projiziert, extrem verleugnet, extrem gelogen, damit alles abgewehrt werden kann, was irgendwie geht, um selber keine Verantwortung übernehmen zu müssen, vor allem keine emotionale Verantwortung.

Reife und unreife Abwehrprozesse

Es gibt sogenannte reife und unreife Abwehrprozesse. Das ist für uns jetzt gerade gar nicht so relevant. Ich möchte in dieser Beitragsserie erstmal nur die wichtigsten Abwehrmechanismen überhaupt nennen und ein bisschen beschreiben. Deshalb gehe ich nur kurz darauf ein:

Reif und unreif hat damit zu tun, ob man auf eine positive oder eher auf eine destruktive Art und Weise mit diesen schwierigen Situationen bzw. Gefühlen / inneren Konflikten umgeht.

Das heißt, bei der Verleugnung könnte man z.B. beobachten, dass sich damit jemand selber in seiner Menschlichkeit verleugnet und das auch mit anderen macht. Man könnte sich also fragen, ob derjenige so tut, als hätte er / sie keine Gefühle oder ob derjenige so tut, als gäbe es eine Situation nicht, die alle mit ihren eigenen Augen gesehen haben, nur um Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

Narzissmus hat in sich bereits sehr viel mit Entmenschlichung zu tun. Auf diesem Blog geht es ja gerade um psychischen und narzisstischen Missbrauch und darüber auch um die Sündenbock-Thematik. Und gerade narzisstische Menschen bauen darauf ihren Missbrauch ja auf, dass sie entmenschlichen. Sie entmenschlichen sich im Grunde selber und sie entmenschlichen auch andere. Und genau das sind sogenannte unreife Prozesse.

Ein Beispiel für eine eher reife Art, mit inneren Konflikten und schweren Gefühlen umzugehen, wäre vielleicht diese Gefühle künstlerisch umzusetzen, vielleicht in einem Bild, vielleicht in Musik oder über Humor und so weiter.

Was ist Verleugnung?

Von der Verleugnung spricht man dann konkret, wenn Fakten, die derjenige auch wahrnimmt, abgestritten oder als nicht existent bezeichnet werden. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, dass Verleugnung nicht unbewusst passiert, wie andere Abwehrprozesse, wie z.B. Projektion!!!

Verleugnung meint, derjenige nimmt Fakten tatsächlich wahr und verleugnet sie. Er tut so, als wären sie nicht existent, als würde es diese Fakten nicht geben. Oder er versucht sie abzuschwächen und so zu tun, als wäre das alles gar nicht so schlimm. Es werden also beispielsweise Gründe erfunden, um zum Beispiel ein missbräuchliches Verhalten des eigenen Partners an den Kindern zu rechtfertigen oder um so zu tun, als wäre dieser Missbrauch überhaupt nicht existent, als würde sich ein Kind, das rebelliert, das zum Beispiel einbilden, bis derjenige sich nicht mehr damit auseinandersetzen muss, und bspw. andere von dem Gespräch ablassen. Für Kinder ist das eine Vollkatastrophe, wenn Eltern das tun! Sie können daran sehr krank werden, da sie ihre Wahrnehmmung in Zweifel gezogen sehen.

Das hat dann wieder viel mit kognitiven Verwirrungstaktiken und Manipulation zu tun, wie z.B. Gaslighting. Häufig werden noch Sätze hinterhergeschoben, wie: Das bildest du dir doch nur ein, du bist verrückt!“ etc. Und jemanden als verrückt zu erklären, das hat alles mit der Verleugnung der Person zu tun, die Missbrauch anwendet.

Es können auch Sätze fallen, wie: „Das habe ich nicht gesagt, das habe ich gar nicht so empfunden, du bist einfach zu sensibel, ich habe das gar nicht gesehen / gehört / mitbekommen, dass dieses und jenes passiert ist.“ Und das ist halt eine glatte Lüge bei der Verleugnung. Wie ich schon beschrieben habe, geht es darum, Fakten die derjenige wahrgenommen hat, zu verleugnen, also so zu tun, als wären sie nicht da, als wären sie nicht existent oder es geht darum, sie eben abzuschwächen.

Verleugnung des Opfers selbst

Umgekehrt ist das leider auch möglich, also wenn wir jetzt bei dem Thema dieses Blogs bleiben – der Sündenbock-Thematik -, dann ist es durchaus möglich, dass das Sündenbock-Kind in einer dysfunktionalen, sehr stark narzisstisch geprägten Familie aufgewachsen ist und später vielleicht verleugnet, dass es sich um Missbrauch gehandelt hat. Vermutlich ist es seine gesamte Kindheit ansonsten als „undankbar“ betitelt worden, wenn es nicht die wenigen guten Dinge, wie den seltenen Urlaub oder das seltene gemeinsame Lachen ständig ausgiebig anerkennend und lobend hervorgetan hat.

Das bedeutet, ein Kind ist mit allem – mit seinem gesamten Überleben – so sehr auf die Familie und auf die Zugehörigkeit zur Familie und auf seine Eltern und Bezugspersonen angewiesen, dass es praktisch alle Schuld, die auf es projiziert wurde, alle Narrative und so weiter – das nimmt es an und das ergibt die Prägung in ihm und seiner Sicht auf sich, die Familie und die Welt.

Die Rolle des Sündenbocks ist die stabilisierende Rolle. Das heißt, der Narzisst oder die Narzissten stabilisieren sich über die Abwertung des Sündenbock-Kindes und über ihn / sie wird die gesamte Gruppe stabilisiert. Ob der Sündenbock kippt oder nicht sei jetzt mal dahingestellt. Sündenbock-Kinder sind in der Regel stark, sie sind sehr empathisch und sie tragen die Verantwortung für alle. Und das ist hochgradig gefährlich für diese Kinder, weil auch ein starker Mensch psychisch, körperlich und wie auch immer unter so einer Last zusammenbrechen kann. Das heißt, sie MÜSSEN die Verantwortung tragen, um ihr Überleben zu sichern. Aber sie laufen ständig Gefahr, es trotzdem nicht zu schaffen…

Das ist ernst und psychischer Missbrauch ist schwerer Missbrauch – auch wenn das bei uns gesellschaftlich so noch nicht anerkannt wird, so nach dem Motto „Solange keine sexuellen Übergriffe und keine körperlichen Schläge stattgefunden haben (was in narzisstischen Familien aber durchaus vorkommen kann – nur bei mir geht es hier nicht um körperlichen / sexuellen Missbrauch, sondern um den psychischen), und solange du genug zu essen und Kleidung hattest, dann „ging es dir doch gut“.

Auch viele Therapeuten erkennen das teilweise noch nicht an, dass Kinder, die als Sündenbock missbraucht worden sind, sich tatsächlich in Gefahr – in realer auch körperlicher Gefahr – befunden haben. Als Beispiel: Narzissten und Narzisstinnen sehen Kinder als Verlängerung von sich selber. Häufig gehen sie nicht zum Arzt und vernachlässigen das Kind emotional oder medizinisch, bis es nicht mehr geht. Wenn das Kind z.B. von der Schaukel gefallen ist und z.B. eine Gehirnerschütterung hat, hat der Narzisst oder die Narzissten keine Schmerzen und es kann durchaus sein, dass er / sie den Sturz bagatellisiert: „Stell dich nicht so an, so schlimm war es doch gar nicht“. Oder er macht sich, je nach sadistischen Persönlichkeitsanteilen, vielleicht sogar lustig über das Kind: „Wie lustig das gerade aussah, als du von der Schaukel gefallen bist!“ Und damit wird das Kind vielleicht noch wochenlang aufgezogen.

Und das passiert deshalb, weil derjenige oder diejenige selbst keine Schmerzen hat, weil er keine tatsächliche Empathiefähigkeit besitzt und weil er das Kind nicht als Individuum sieht, sondern als Verlängerung von sich selber. Das Sündenbock-Kind wird abgewertet, um den Narzissten aufzuwerten. Er projiziert ja seinen Selbsthass auf das Kind, um diesen dann auf ihm zu vernichten. Das Goldkind hingegen dient als Projektionsfläche seiner Grandiosität…

Und mit diesem inneren Anteil, der dann „täterimitierend“ die eigenen Bedürfnisse des Sündenbockes und seine Missbrauchserfahrung in der Kindheit verleugnet, wird dem Sündenbock in der Regel auch in der Zukunft die Möglichkeit genommen, seine Kindheit adäquat zu betrauern. Denn er bekommt in unserer Gesellschaft auch später noch gesagt, dass man ja nicht in die Opferrolle gehen solle, dass Eltern ihre Kinder ja immer lieben und immer ihr Bestes geben, was in Bezug auf narzisstische Eltern und in Hinblick auf den Sündenbock ganz und gar nicht stimmt!

Der Gedanke „Ich hatte ja eine schöne Kindheit“ ist nicht nur indoktriniert, sondern er beruhigt uns auch später noch, weil Missbrauch unserer eigenen Bezugspersonen – in welcher Art und Weise dieser auch immer mit narzisstischen Eltern / Bezugspersonen stattgefunden hat – so absolut unvorstellbar ist. Und weil es eine Lüge ist und wir als Sündenbock-Kinder Missbrauch überlebt haben, erliegen wir dieser Lüge häufig bis ins hohe Alter, wenn wir nicht irgendwann auf die traurige Wahrheit stoßen und trauern können, um zu heilen.

Und diese Lüge weiter zu leben, aus Angst, man könnte die Missgunst narzisstischer Menschen wieder auf sich ziehen (Stichworte: Schmierkampagnen / Rufmord / Verleumdungen), führt teilweise zu Selbst-Gaslighting. Wir brauchen aber eine klare Sicht, um zu heilen. Verleugnung ist also auch so ein bisschen wie so eine Art Gehirnwäsche, eine Verwirrungstaktik mit der Leute richtig verrückt gemacht werden – übrigens auch wie beim Double Bind.

Da muss ich auch mal noch mal einen ganzen Beitrag zu machen. Double Bind wird im Moment ganz oft von Menschen in Social Media einfach als so etwas wie ein Instagram-Post oder sowas gepostet, wo dann steht, die Mimik passt nicht zum Gesagten blablabla… Das ist viel zu harmlos für das, was wirklich hinter Double Binds steht, die lange im Verdacht standen Schizophrenien / Psychosen auszulösen!

Verleugnung gehört auf jeden Fall zu den für Opfer extrem gefährlichen Abwehrprozessen, egal ob als Kind durch Bezugspersonen oder später sich selbst gegenüber.

Noch ein paar Worte zum Schluss

Ich bitte dich wirklich von ganzem Herzen: Sorge gut für dich, achte gut darauf, wie es dir geht und passt gut auf dich auf – egal in welcher Situation du dich gerade befindest. Hole dir ggf. bitte Unterstützung, das ist ganz, ganz wichtig. Es gibt Menschen die das verstehen und die das auch als Missbrauch mittlerweile anerkennen und es gibt immer wieder auch Menschen, die das nicht tun.

Und lass dich von solchen Menschen bitte nicht entmutigen, dir Hilfe zu holen. Unterstützung kannst du auch bei mir finden, wenn du denkst, dass ich die richtige Person dafür sein könnte, aber bei mir gibt es KEINE Therapie.

Und stehe dazu, wer du bist und wo du herkommst. Das ist sehr, sehr wichtig für deinen Heilungsprozess. Du kannst nichts dafür, dass du mit solchen Menschen groß geworden bist. Du kannst es anders machen und den Missbrauch NICHT weiterführen. Versuche du, an deiner Stelle in der Familienkette, die Missbrauchskette zu durchbrechen, damit du es schaffst, das umzuwandeln in ein besseres Leben, in ein zufriedeneres Leben, in ein ehrliches Leben, wo man auch anerkennen kann, du bist zum Opfer geworden warst.

Ich finde das ist ganz, ganz wichtig. Und es ist ein großer Unterschied, sich einzugestehen, man ist Opfer geworden von zum Beispiel psychischem Missbrauch, oder ob man wiederum das narzisstische Gegenstück geht, nämlich die grundsätzliche Opferrolle: „Die Welt schuldet mir etwas, ich kann nichts machen, alle anderen sind Schuld an dem, was mir selbst im Leben nicht gelingt“… Das wäre (verdeckter) Narzissmus………


Solltest du selbst betroffen sein von psychischem Missbrauch / Mobbing, dann hole dir bitte unbedingt wohlwollende Unterstützung an die Seite von jmd., der sich mit der Thematik auskennt und dir auch das Gefühl geben kann, dass du bei demjenigen gut aufgehoben bist. Du solltest eine gute Psychoedukation – auch bzgl. möglicher Vorgehensweisen mit solchen Menschen, die das tun und Regulationstechniken – erhalten können, um aus einer solchen Situation so schnell wie möglich heraus zu kommen. Denn auch starke Menschen mit einem gefestigten Umfeld können unter Mobbing sehr leiden und psychische oder körperliche Schwierigkeiten bekommen. Du bist nicht alleine!



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Bildquelle

Woman Covering Her Face With Her Hands | Karola G | canva Pro – Pexels


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