Narzissmus: aktiver & passiver Verrat des Sündenbockes

Toxische & narzisstische Gruppendynamiken | Sündenbock | psychischer Missbrauch

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Schweigen als Kompensation

In meinem letzten Beitrag über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von sogenannten schwarzen Schafen, Sündenböcken und identifizierten Patienten hatte ich ja bereits einiges gesagt über die Mechanismen, die in sehr dysfunktionalen Gruppen bzw. Familien und ganz speziell auch in narzisstischen Familiensystemen wirken.

Und ich habe da auch beschrieben, wie alle drei Begriffe Menschen und Phänomene beschreiben, die als Stellvertreterproblem der ganzen Gruppe dienen, die eigentlich das Problem hat. Also Mobbing, Ausschluss und Diskriminierung hat immer irgendwie mit dem ganzen System zu tun bzw. auch Auswirkungen auf das gesamte System.

Vor allem betrifft das diejenigen, die die Verantwortung naturgemäß tragen, wie z.B. Eltern oder auch andere Bezugspersonen, aber auch Führungskräfte, wenn es um Mobbing geht, und die Mobbing z.B. entweder selbst aktiv vorantreiben oder wissentlich nicht einschreiten und damit den Tätern Schutz bieten und ja auch solche Taten legitimieren, also den Tätern die Erlaubnis geben, dadurch, dass sie nicht einschreiten.


Jetzt ist es so, dass in vielen dysfunktionalen Familien über bestimmte Dinge nicht gesprochen wird und häufig ist das auch eine ausgesprochene oder unausgesprochene Regel, die jeder in der Familie kennt und an die sich jeder halten muss. Z.B. haben wir ganz häufig die Regel „Wir fühlen hier nicht.“

In dieser Regel steckt sowohl das Verbot über Gefühle zu sprechen, als auch Gefühle zu zeigen, denn das Fühlen als solches kann man ja nunmal nicht verbieten. Vor allem betrifft es Gefühle wie z.B. Wut oder Trauer. Wenn alle ihre Gefühle unterdrücken, dann läuft die Familie nicht so schnell Gefahr, an ihren Schmerz und ihre Wut über bestimmte Umstände erinnert zu werden.

Und das gleiche gilt für schlimme Dinge, die in einer Familie vielleicht passiert sind und diesen Schmerz ausgelöst haben. Also auch das darf weder ausgesprochen noch gezeigt werden, dass es diese Umstände oder Vorfälle gibt bzw. gab. Das überträgt sich auch häufig von Generation zu Generation und kann z.B. alles beinhalten, was mit Krieg oder mit Flucht zu tun hat, mit schweren Unfällen, mit Suiziden, Morden, Gefängnisaufenthalten, vor allem ganz häufig mit sexueller Gewalt, aber eben auch mit psychischen Krankheiten, die immer wieder auftreten, und allem, was es sonst noch so an Familiengeheimnissen geben kann.

Das Motto dieser Familien ist dann: „Wenn wir nicht darüber reden, ist es als wäre es nie passiert. Dann ist es praktisch nicht da.“ Und dieses Schweigen dient natürlich der Kontrolle mit dem Ziel, alles unterm Deckel zu halten und so zu tun, als wäre alles in Ordnung.

Und bei gewissen Dingen kann ich das sogar auch zu einem gewissen Grad nachvollziehen, dass manche Menschen einfach auch nicht mehr reden können, wenn sie mit ihren Traumata alleine und ohne z.B. therapeutische Unterstützung oder ohne Hilfe im Umfeld bleiben. Dann geht es vielleicht auch tatsächlich manchmal nicht, weil man innerlich komplett wegdissoziiert.

Aber es gibt eben auch Umstände, wo alleine das Schweigen bereits Verrat an den Menschen ist, die von diesen Umständen betroffen sind und diese tatsächlich erlebt haben – allem voran bei sexuellem Missbrauch beispielsweise, wo vielleicht alle Mitglieder der Familie oder bestimmte Personen der Familie vielleicht auch wissen, dass das z.B. an einem Familienmitglied passiert ist oder auch immer wieder passiert. Und darüber zu schweigen ist schon an sich Verrat, weil darüber sagt der Rest des Systems aus, dass das nie vorgekommen ist oder dass es das nicht gibt in dieser Familie.

Innerhalb der Familie ist sowas aber immer spürbar und hat sehr große Auswirkungen aufs gesamte Familiensystem. Ein Geheimnis oder ein nicht bearbeitetes Trauma wirken generell immer auf das gesamte System und Sündenböcke und ggf. identifizierte Patienten sind jetzt die Familienmitglieder, an denen das Unausgesprochene, Verdrängte, Verleugnete und Abgelehnte sichtbar wird. Und häufig wird das deshalb sichtbar, weil das die sensibelsten und empathischsten Familienmitglieder sind. Da hatte ich ja auch im letzten Video schon einiges zu gesagt.

Bei mir geht’s ja vorwiegend um die Sündenbock-Kinder bzw. um die heute Erwachsenen, die als Sündenbockkinder aufgewachsen sind und auch heute als Erwachsene dadurch immer und immer wieder zum Sündenbock gemacht werden könnten. Das ist leider so, dass diese Menschen dann häufiger auch später als Erwachsene in diese Mobbing- oder Ausschlusssituationen kommen, vor allem, wenn das System irgendwie krank ist, also bspw. auch und gerade in Gruppen mit narzisstischer Führung.

Und die Betroffenen sind ja einfach da mit dem, was an ihnen sichtbar wird. Sie sind sehr sensibel auf diese Dinge, nehmen sehr viel wahr auch von diesem verdrängten Schmerz und sie sind halt meistens auch sehr empathisch und spiegeln den Menschen regelrecht ihren unverarbeiteten Schmerz, den diese häufig mit aller Gewalt nicht fühlen möchten. Und manchmal sprechen sie die Dinge eben auch aus, so wie sie nun mal sind oder sie halten sich nicht daran, Gefühle nicht zu zeigen, weil sie z.B. gar nicht nachvollziehen können, warum man das nicht tun sollte, da das eine grundmenschliche Eigenschaft ist bzw. eigentlich ist es sogar eine Eigenschaft, die speziesübergreifend da ist. Also auch bei anderen Säugetieren z. B. oder bei anderen Lebewesen gibt es auch Emotionen. Das ist im normalen Zusammenleben total abwegig, keine Gefühle zeigen zu dürfen. Sinn macht das nur in Gefahren- und Bedrohungssituationen, aber nicht im Umfeld seiner Liebsten, das ja ein sicherer Raum sein sollte.

Gerade bei narzisstischen Familien geht es zusätzlich zum Schweigen noch viel um den schönen Schein einer Sauberfamilie nach außen. Und in einem System, das auf Schweigen und auf Schein nach außen basiert, ist die Wahrheit einfach sehr gefährlich, weil sie alle in die Bredouille bringt, denn dann müsste hingesehen und gefühlt werden, und es müsste Verantwortung getragen werden von denjenigen, die direkt oder indirekt verantwortlich sind oder waren.

Und das ist ein Problem, denn wir wissen über Narzissten, dass sie einen hohen Führungs- und Kontrollanspruch haben, also oft auch in verantwortungsvollen Führungspositionen zu finden sind, aber sie möchten gleichzeitig keine Verantwortung übernehmen, z.B. dafür, dass die Menschen, die von ihnen abhängig sind, nicht zu Schaden kommen.

Und das Schweigen ist deshalb ein sehr schwieriges Kompensationsmittel, weil gerade bei Betroffenen, die sich z.B. Vorwürfe machen, die können nicht darüber reden, um sich z.B. zu entlasten oder auch Betroffene von z.B. sexuellem Missbrauch können nicht darüber reden, um Beistand zu bekommen. Das heißt, mit dem Schweigen begeht man nicht nur einen Verrat als solches und sagt damit aus, dass es dieses Erlebte nicht gibt, dass das nicht existent ist, sondern man nimmt Opfern auch den Beistand, um das Erlebte verarbeiten zu können.

Das heißt, man tut so, als gebe es diese Tat nicht. Und damit schützt man auch den Täter. Und gleichzeitig machen sich aber alle, die davon wissen, zu Mittätern und machen sich selbst schuldig an dem Opfer.

Und jetzt ist es natürlich so, dass man Betroffenen das natürlich häufig auch anmerkt, so dass es Mitglieder des Systems selbst dann wissen oder zumindest ahnen müssten, wenn sie es nicht mitbekommen haben. Sie müssten merken, dass etwas nicht stimmt, dass sich das Opfer in irgendeiner Form verändert in seinem Verhalten, dass es sich mehr zurückzieht. Und es kann natürlich auch sein, dass es sich mitteilen möchte oder dass die Wut einfach aus ihm herausbricht, es also offen gesagt oder gezeigt wurde. Und wenn in dieser Familie das Schweigen der Kompensationsmechanismus ist, der genutzt wird, um Probleme herunterzudrücken, und um diese nicht zu klären, kann es sogar sein, dass sich nicht einfach „nur“ eine z.B. transgenerationale Traumatisierung im System zeigt über ein zum Sündenbock erklärtes Mitglied, sondern ein direkt von z.B. sexueller Gewalt Betroffener zum Sündenbock erklärt wird, weil man ihm unterstellt, dass er lügt und sich die Dinge nur ausdenkt, obwohl man weiß, dass derjenige die Wahrheit sagt.

Und das ist natürlich alles ziemlich krass, weil auch daran können Menschen zusätzlich zur eigentlichen Traumatisierung sehr, sehr krass zerbrechen und krank werden, weil sie z.B. ihrer Familie gegenüber sitzen, sich vielleicht mitteilen möchten, und die behauptet dann vielleicht, dass derjenige lügt, dass das alles nicht stimmen kann, dass das alles nicht sein könne oder es gibt andere Verleugnungsmechanismen in der Familie, um dieses Schweigen mit aller Gewalt durchzusetzen und mit aller Gewalt eben nicht hinzuschauen. Und derjenige kann dann zum Sündenbock werden, derjenige steht dann vielleicht als verrückt da oder als krank oder als emotional gestört oder was auch immer. Und darüber kann derjenige dann auch ausgeschlossen und von der Familie noch zusätzlich gemobbt werden, obwohl derjenige ja das Opfer ist, dem man eigentlich helfen muss und nicht dem Täter, um die Familie zusammenzuhalten.


Jetzt einmal durchatmen. Wir machen wir hier mal einen kleinen Cut und nehmen die Konnotation mit dem sexuellen Missbrauch wieder raus, denn darum geht es bei mir eigentlich nicht, aber ich wollte das hier gerne einmal erwähnen, weil das einfach an dieser Stelle auch gepasst hat.

Die Funktion des Sündenbockes

Schauen wir uns nochmal generell die Funktion des Sündenbocks in unterschiedlichen Konstellationen an.

Aus meiner Sicht muss man unterscheiden zwischen der Funktion des Sündenbockes in dysfunktionalen Familien ohne narzisstische Führung, also Familien, die vorwiegend Trauma tragen, welcher Art auch immer, und dysfunktionalen Familien mit narzisstischer Führung.

In den Familien ohne narzisstische Führung geht es meiner Ansicht nach vorwiegend um die Regulierung der Dysfunktion an sich, die im System hängt, und der Emotionen aller, also um die grundsätzliche Überforderung auf der einen Seite und die Stabilisierung der Familie auf der anderen Seite über den Sündenbock, der hier auch viel eher wechseln kann, als in narzisstisch geprägten Familiensystemen, die natürlich auch dysfunktional sind, aber eben noch mal anders gewichtet sind.

Derjenige, der gerade da ist, kriegt es bei dysfunktionalen Familien ohne narzisstische Führung, einfach ab und bekommt die Verantwortung oder die Schuld für alles aufgeladen, was gerade schief läuft. Und das kann sich aus meiner Sicht auch in jeder Abstufung entladen, also auch in schwerer Gewalt oder Vernachlässigung. Also dysfunktionale Familien ohne narzisstische Führung sind nicht besser oder so als narzisstische Familien, aber meiner Meinung nach geht es hier darum, die Überforderung insgesamt auszugleichen und da können die Rollen aus meiner Sicht viel eher mal wechseln.

In narzisstischen Familien sind die Rollen meiner Ansicht nach eher festgelegter, als das in der Narzissmusaufklärung oft beschrieben wird, weil es eben um die Regulation, um die Macht und die Kontrolle des Narzissten selbst geht. Und der Narzisst reguliert sich selbst über den Sündenbock bzw. die Rollenbildung und das ganze restliche Familiensystem ist auf ihn hin ausrichtet oder bei zwei narzisstischen Eltern, was wirklich worst case für die Kinder ist, wird sich auf die beiden Eltern ausgerichtet. Aber wir gehen jetzt mal von einem aus hier von der Formulierung her und über diesen einen Narzissten oder diese eine Narzisstin stabilisiert sich sozusagen das gesamte restliche System.

Narzissten sind ja innerlich gespalten und sie projizieren diese Spaltung auch auf die Menschen um sie herum. Sie idealisieren einerseits und sie werten ab andererseits und dazwischen kommt schon eher weniger würde ich sagen. Und daraus ergeben sich ja auch die Rollen der Kinder, die mit einem Narrativ versehen werden, mit dem Narzissten auch im Umfeld hausieren gehen. Narzissten beziehen in aller Regel ja sehr viel bewusster die Außenwelt in ihre Spielchen mit ein.

Und was sie eben sehr gerne machen, ist den Sündenbock mit seinen vermeintlichen Schwächen überall vorzuführen und bloßzustellen. Oder bei älteren Kindern sieht man das ganz oft, dass die narzisstischen Bezugspersonen mit z.B. den finanziellen Problemen des Kindes hausieren gehen oder sie tratschen die Beziehungsprobleme überall rum oder die gesundheitlichen Probleme. All das wird bei der weiteren Familie, bei Freunden, Nachbarn, im Kollegenkreis, beim Friseur, im Sportclub oder wo auch immer nach außen getratscht. Und das ist kein normales Verhalten, denn Eltern begehen auch dadurch einen Verrat an diesen Kindern. Einen Verrat, an dem sich nicht nur eine Überforderung zeigt, sondern tatsächlich eine böswillige Komponente und das spiegelt auch wider, dass Narzissten nicht lieben können, weil ihnen eben die tatsächliche Empathie fehlt und ohne Empathie kann man nun mal nicht lieben. Auch seine Kinder nicht.

Ich hatte im letzten Video auch schon gesagt, dass Empathie unter traumatischen Gegebenheiten zurück gehen kann und wie abgestellt sein kann. Die kann  unter normalen Umständen aber wiederkommen, wenn das Trauma bearbeitet ist. Bei Narzissten ist das sehr viel schwieriger, denn Narzissten sind nicht „nur“ traumatisiert, sondern sie sind traumatisiert und sie sich gleichzeitig Narzissten. Und da braucht es therapeutisch, denke ich, etwas mehr, da eben  häufig auch sadistische Komponenten und weiteres mit reinspielt.

Schweigen wäre vermutlich eher eine Art passiver Verrat und dieses Verleumden im Außen würde ich als aktiven Verrat ansehen.

Und in der Narzissmusaufklärung in Bezug auf Partnerschaften nennen wir das je nach Ausprägung Schmierkampagnen bzw. die Vorbereitung für Schmierkampagnen, also die Anbahnung im Grunde, die denjenigen als schlechten Menschen oder gestört, krank und so weiter darstellen soll im Umfeld, damit so viele Menschen wie möglich im Umfeld schon mal wissen, mit was für einem schlechten Menschen sie es da zu tun haben, nach Meinung des Narzissten oder der Narzisstin. Also überall dort, wo dir auffällt oder wo du feststellst, dass jemand über sein eigenes Kind schützenswerte Details einfach ausplaudert -oder auch im Freundeskreis oder innerhalb von Partnerschaften da irgendwelche Dinge vor sich gehen, da stimmt aus meiner Sicht was nicht.

D.h. nochmal zusammenfassend:

Wir haben in dysfunktionalen Familien häufig dieses Schweigen und so tun, als gäbe es keine Probleme oder Konflikte, weil der Schmerz vielleicht viel zu groß und überwältigend ist, wie z.B. bei Kriegstraumata, dann haben wir das Schweigen über Dinge, die einzelne Familienmitglieder direkt betreffen oder auch alle des Systems mitbekommen haben und so tun, als wäre nichts und vielleicht sogar den Einzelnen, der bspw. sexuelle Gewalt erlebt hat, als Lügner beschämen, um den Täter zu schützen und die Familie zusammen zu halten. Und dann haben wir noch den tatsächlich aktiven Verrat in Form von Tratsch über die eigenen Kinder, Schmierkampagnen und Verleumdungen.

Zur Erinnerung: Bei dem Narrativ des Bösen, den Narzissten um ihre Opfer spinnen, geht es immer um die Projektion des eigenen Selbsthasses, der auf dem Sündenbock regelrecht vernichtet werden soll, weil er durch den Narzissten nicht angenommen und bearbeitet werden kann, bzw. dieser sich damit nicht auf natürliche Art auseinandersetzen möchte.

Und natürlich ist das jetzt so ein bisschen sehr bildlich in Reinform dargestellt. Also sowohl eine dysfunktionale Familie so als ein Part und die sehr stark narzisstisch geprägte Familie auf der anderen Seite als zweiter Part. In der Realität haben wir vermutlich sehr häufig eine Mischform, also z.B. dass eine sehr kriegsbelastete Familie, die schweres transgenerationales Trauma und sexuelle Traumatisierungen in der Familie trägt und was nicht sonst noch alles für Traumata da sein können, und dort können natürlich auch Narzissten draus hervorgehen, was ja auch sehr wahrscheinlich ist.

Narzissten sind nicht „nur“ traumatisiert, sondern sie sind traumatisiert und gleichzeitig sind sie Narzissten.

Und der Sündenbock zeigt im Grunde in einer dysfunktionalen Familie ohne diese narzisstische Führung eher die Projektion der gesamten Familie. Also über diese Überforderung und die Dysfunktion der Familie, die sich nicht regulieren kann, projizieren sie im Grunde alle auf diesen Sündenbock und die glauben auch alle da daran, dass der Sündenbock tatsächlich ein schlechter Mensch ist.

Während in narzisstischen Familien das ganz häufig so ist, dass der Sündenbock eben die Projektionsfläche des Narzissten selbst ist, also nicht des gesamten Systems, sondern das geht alles über den Narzissten. Und da das alles vielmehr einer Art Theaterstück gleicht, in dem es um Macht, Kontrolle und Zufuhr geht, und jeder sieht, dass das alles auf Lügen basiert, glauben die anderen eben nicht wirklich selbst, dass der Sündenbock tatsächlich dieser schlechte Mensch ist. Natürlich sind alle in der manipulativen Bubble des Narzissten, aber sie haben halt auch Angst, selbst in der Gunst des Narzissten abzusteigen und deshalb wird das Theater mitgespielt. Und dann manipulieren alle häufig einfach gegen den Sündenbock mit, weil sie festgestellt haben, dass das die Rolle des Sündenbocks immer weiter einzementiert und sie nicht selbst Gefahr laufen, zum SB gemacht zu werden, und auf der anderen Seite haben sie irgendwann gemerkt, dass das ein super Mittel ist, selbst keine Verantwortung tragen zu müssen, wenn man diese immer einfach abgibt und wenn sich dabei dann auch noch alle einig sind, dann gehen ja alle gegen den einen und auch damit wird ihre Position gestärkt und die des SB geschwächt. Aber so richtig wahrhaftig dran glauben, dass der Sündenbock tatsächlich an allem Schuld ist und dieser böse Mensch ist, das tut häufig nur der Narzisst selbst, weil der ja seinen eigenen Selbsthass auf dem Sündenbock vernichten möchte im Grunde.

Und die Rollen entstehen eben über den Narzissten selbst und da er die Außenwelt strategisch mit einbezieht, kann er nicht einmal der Nachbarin erzählen, das eine Kind ist so schlimm und so schwer erziehbar und nächste Woche ist das andere Kind ganz furchtbar, schwer erziehbar und gestört und so weiter. Auf diese Weise würde diese Manipulation des Umfeldes, ja auffliegen.

Einbeziehung der Außenwelt

Narzissten geht es ja – wie gesagt – immer auch um diesen schönen Schein nach außen. Das heißt, sie beugen mit diesem Hausierengehen auch vor, dass dem Kind geglaubt wird, falls es von Missständen in der Familie spricht bzw. ihm da irgendetwas rausrutschen sollte. Das heißt, dieses Kind ist zwar nicht perfekt nach außen, aber der Narzisst selbst ist perfekt und über ihn auch der Rest der Familie, was ihm ganz, ganz wichtig ist, denn er braucht Anerkennung und Zufuhr. Und meistens stellen sie sich selbst so dar, dass sie trotz der angeblichen Defizite des Kindes ja alles für die Familie und gerade für dieses Kind tun, und sich geradezu aufopfern und das Kind wird noch dazu gerne als undankbar betitelt. Und das bringt ihnen oftmals sehr, sehr viel Zufuhr und Anerkennung von außen ein.

Und häufig wird mit dem Kind selbst ja gar nicht gesprochen, sondern es wird über dieses Kind gesprochen. Und wenn dann tatsächlich mal irgendwas passiert und das Kind einen Fehler macht, wie jeder andere Mensch auch. und jedem anderen wird es vielleicht sehr, sehr schnell verziehen – vor allem sich selbst und dem Goldkind wird ja alles sehr schnell verziehen, aber dieses Kind wird dann häufig sehr hart sanktioniert und die eigentlichen Täter greifen das ganz häufig dann auf als Bestätigung und sagen dann sowas wie: „Wir wussten doch schon immer, was du für ein schlechter Mensch bist.“ Und damit wird die Rolle des Bösen noch mal stärker einzementiert. Narzissten jagen ihre Sündenbockinder häufig auch nach Fehlern…. Das ist ganz, ganz schlimm.

Konflikte klären und Probleme lösen ist für diese Familien keine Option.

Und das Kind oder der mittlerweile Erwachsene, der die Wahrheit spürt und an dem sich die Wahrheit vielleicht auch einfach zeigt, wird sozusagen als Person selbst zur Lüge erklärt. Und das äußert sich dann in Beschämungen, in Beschuldigung, in Ausgrenzungen, in Schmierkampagnen, wo es nicht selten tatsächlich um das geht, was wir als Rufmord verstehen.

Und das machen nicht nur narzisstische Eltern oder andere Bezugspersonen, sondern das machen Narzissten grundsätzlich sehr, sehr gerne auch in Partnerschaften, im Freundeskreis, im Bekanntenkreis und eigentlich egal in welchem Umfeld!

Als Red Flag kann man sich einige Erkennungsmerkmale merken.

Es wird z.B. nicht mit, sondern über jemanden gesprochen und über schützenswerte Details. Das ist ganz wichtig.

Narzissten reden über sich selber häufig selbst in Partnerschaften oder ihren sogenannten Freundschaften nicht über schützenswerte Details und es ist ja auch schlau sowas zu tun, denn sie wissen ja, worauf das hinauslaufen kann.

Interessant ist hier auch, dass Narzissten immer den anderen unterstellen, was sie gerade selbst tun. Das läuft alles über die Projektion. Also wenn dir einfach völlig aus dem Nichts und komplett haltlos Lügen oder Betrug oder sowas vorgeworfen werden, dann weißt du, dass derjenige lügt und betrügt. Das kann wie eine Art Wegweiser sein, mit dem sie sich selbst verraten. Das ist spannend da zuzusehen und wie toll sie sich dabei noch fühlen.

Aber nochmal zurück: Wenn du in einer Freundschaft drin bist oder in einer Partnerschaft und du kannst Dinge nicht erzählen, dann stimmt ja was nicht, weil das Konzept von Familie, Freundschaft oder von Partnerschaft soll ja Schutz bieten.

Narzissten sprechen also oft gar nicht über sich oder sie sprechen sehr viel über sich, weil sie sich in ihrer Grandiosität verlieren und sich selbst gerne reden hören, sagen aber inhaltlich oft sehr wenig. Allerdings reden sie sehr gerne über die privaten Dinge der anderen, die nicht anwesend sind und sich damit auch nicht zum Gesagten äußern können. Das ist eine große Red Flag, also nicht mit jemandem über seine Dinge sprechen oder über Probleme oder schützenswerte Details, sondern mit anderen sprechen, damit sich der Betroffene nicht dazu äußern kann.

Das was besprochen wird, sind oft sehr diffamierende, bloßstellende oder abwertende Dinge, häufig auch sehr schützenswerte Informationen, die der Betroffene dem Narzissten vielleicht irgendwann mal im Vertrauen erzählt hat. Und wenn das zufällig rauskommt und Narzissten dann zur Rede gestellt werden, dann sagen sie allen Ernstes sowas wie er habe es doch der dritten Person im Vertrauen erzählt, was echt krass ist. Damit rechtfertigen sie also ihren aktiven Verrat.

Ich wiederhole das direkt nochmal, weil ich das so ultra krass und abgefahren finde: Das, was man ihnen als Betroffener von sich selbst im Vertrauen erzählt hat, wird weitergetratscht an Dritte, und wenn sie zur Rede gestellt werden, erzählen sie dir, na ja, er / sie habe es ja den dritten Personen, den Nachbarn, dem Friseur, der Frau XY, dem Schulkameraden von damals, auch im Vertrauen erzählt!!!!! Krass diese antisoziale Denkweise und wie sie ihren Missbrauch und ihre gestörte Persönlichkeit durch solche Aussagen allen Ernstes rechtfertigen!

Ein weiteres Erkennungsmerkmal wäre, dass z.B. der Inhalt des Gesagten, wenn da andere Personen an dem Umstand beteiligt waren, mit dem man dich gerne diffamieren möchte, dann werden diese Details oder diese Personen häufig sehr gerne weggelassen, weil das Ziel ist ja eben genau nicht, sich auch noch mit anderen anzulegen oder dass die Schuld oder der diffamierende Umstand auf mehreren Schultern verteilt wird, sondern das Ziel ist es ja, nur den Betroffenen der Schmierkampagne und des Rufmordes großräumig zu diffamieren. Und auch positive Eigenschaften oder entlastende Informationen, oder Dinge, die derjenige gut gemacht hat, werden weggelassen und nicht mit weiter getratscht. Es geht um den Aufbau des Feindbildes und des Narrativs des Bösen und des Schuldigen.

Wichtig, wichtig, wichtig ist, es geht bei Narzissten nie um eine Lösung. Das heißt, wenn du feststellst, dass es keine Lösung gibt, dann ist immer etwas faul. Dann stimmt etwas nicht. Sonst würde derjenige mit dem Betroffenen gemeinsam nach einer Lösung suchen und diese auch finden und diese schützenswerten Infos nicht nach draußen posaunen, denn wie gesagt, Konzepte von Familie, von Partnerschaften, von Freundschaft sind zum Schutz für die Mitglieder gedacht und Narzissten pervertieren das in einer Form, in der sie diese Schutzmechanismen und Schutzkonzepte einfach durch ihr krankes Verhalten dazu bringen, dass sie sich von innen heraus zersetzen.

Also dieser Missbrauch an den eigenen Kindern oder den eigenen „Freunden“, den eigenen Partnern, dadurch zersetzen sich diese Konzepte von innen heraus und das zeigt eigentlich die krasse Störung von diesen Menschen und diesen antisozialen Aspekt in der Persönlichkeit.

Die häufig sehr schweren Folgen für Betroffene des Sündenbock-Missbrauchs

Für die Menschen, die als Sündenbock in einer solchen Familie aufwachsen mussten, hat das häufig sehr gravierende und traumatische Auswirkungen. Und hier gibt es häufig ein sehr großes Problem, sich von der Familie oder dem toxischen Umfeld zu distanzieren, weil Betroffene, um in der Kindheit zu überleben, oft sehr stark in den Fawn Response gehen und sich anbidern und anpassen und ständig beweisen, dass sie nichts getan haben usw.

Und es kann viele, viele Jahre dauern, sich von solchen Umfeldern zu trennen, vom eigentlichen Entschluss bis zur Umsetzung, weil gerade die Sündenbockkinder natürlich ständig ihr Bindungssystem aktiviert sehen und sie Überlebensmechanismen entwickeln müssen, die ihr Überleben und ihre Zugehörigkeit in diesen Familien sichern mussten. Und dieses toxische Band – also das Traumabonding – ist häufig sehr, sehr stabil und häufig leiden die Betroffenen auch noch sehr lange unter der Trennung von der Familie, wenn sie es denn irgendwann schaffen, sich zu trennen. Häufig haben sie aber mit einem Kontaktabbruch die einzige Möglichkeit, sich vor weiterem Missbrauch zu schützen. Und das ist auch der Mechanismus, wo narzisstische Partner dann sehr leichtes Spiel haben, denn Bindung als solches ist dann mit Überleben gekoppelt und mit der Notwendigkeit, hier auch alles für das Bestehenbleiben der Bindung zu tun.

Und durch diesen Rufmord haben Betroffene dann oftmals keine Möglichkeit mehr, Teil dieser Gruppe zu bleiben und sie müssen sich eben sehr häufig psychisch, emotional, beruflich, finanziell und so weiter auch tatsächlich schützen und Kontakte abbrechen, sich n neuen Job suchen und was nicht alles. Und oft

müssen sie sogar, um ein halbwegs normales Leben irgendwann und irgendwie wieder führen zu können, umziehen, was sehr schlimm sein kann.

Ja, und da gibt es viele Abstufung und Einzelschicksale, die in jede nur erdenkliche Richtung gehen können. Ich hoffe, du musst bzw. musstest so etwas nicht erleben und hast Menschen um dich herum, die dir gegenüber wohlwollend sind und echte Freunde und eine echte Familie oder ein echter Partner, eine echte Partnerin, die dir nur Gutes wünschen und ihr euch gegenseitig unterstützt und auch alles sagen könnt, um Lösungen zu finden.

Und solltest du hier auf den Blog gestoßen sein, weil das nicht der Fall ist oder war, was ja relativ wahrscheinlich ist, dann sei dir gewiss, dass du damit ganz bestimmt nicht alleine bist, nur weil du alleine der Sündenbock in der Familie oder wo auch immer sonst bist. Kümmer dich bitte gut um dich und suche dir Unterstützung. Ich biete seit kurzem übrigens auch einen kostenpflichtigen Communitybereich an als Ergänzung zu dem kostenfreien Online Stammtisch. Diese Community wird durch mich moderiert. Komm gerne dazu und ich würde mich sehr, sehr freuen, dich dort begrüßen zu können.


Solltest du selbst betroffen sein von psychischem Missbrauch / Mobbing, dann hole dir bitte unbedingt wohlwollende Unterstützung an die Seite von jmd., der sich mit der Thematik auskennt und dir auch das Gefühl geben kann, dass du bei demjenigen gut aufgehoben bist. Du solltest eine gute Psychoedukation – auch bzgl. möglicher Vorgehensweisen mit solchen Menschen, die das tun und Regulationstechniken – erhalten können, um aus einer solchen Situation so schnell wie möglich heraus zu kommen. Denn auch starke Menschen mit einem gefestigten Umfeld können unter Mobbing sehr leiden und psychische oder körperliche Schwierigkeiten bekommen. Du bist nicht alleine!



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