D.A.R.V.O. – Schuldumkehr in 3 Schritten
Schuldumkehr als klassische Manipulationstechnik.
Einleitung
In einem der letzten Beiträge habe ich über das sogenannte Verratstrauma gesprochen, also über das tiefe psychologische Trauma, das entsteht, wenn Menschen, von denen wir als Kind abhängig sind, unser Vertrauen missbrauchen und uns gleichzeitig dazu bringen, dieses Erleben zu verleugnen, um emotional überleben zu können. Da passiert viel z.B. über Dissoziation… In diesem Beitrag über D.A.R.V.O. möchte ich gerne daran anknüpfen, denn viele Menschen, die in dysfunktionalen oder narzisstisch geprägten Familiensystemen aufgewachsen sind, vor allem sogenannte Sündenbockkinder, denn um die geht es ja bei mir hauptsächlich, stellen sich irgendwann eine ganz zentrale Frage:
Warum war am Ende eigentlich immer ich schuld, obwohl ich nichts getan habe? Egal, was passiert ist, egal wie sehr ich mich bemüht habe, egal wie unfair oder verletzend andere waren, ich war am Ende schuld, alle waren sich einig und deshalb kann ja etwas mit mir nicht stimmen.
Und genau hier kommt ein psychologisches Muster ins Spiel, das von der amerikanischen Traumaforscherin Dr. Jennifer Freight beschrieben wurde.
Sie ist auch diejenige, die das Verratstrauma als solches erforscht hat. Wenn du den Beitrag darüber noch nicht kennst und dich dafür interessierst, dann schau da gerne mal in das Video / den Artikel rein: LINK.
Was ist D.A.R.V.O. genau?
D.A.R.V.O. ist ein Akronym und steht für Deny, Attack, Reverse Victim and Offender – zu Deutsch so viel wie leugnen, angreifen und dann kommt die Opfer-Täter-Umkehr. Ich gehe die einzelnen Buchstaben gleich mit dir noch genauer durch.
Dr. Jennifer Freyd beschrieb dieses Muster ursprünglich im Zusammenhang mit sexualisiertem und familiärem Missbrauch, später auch im Kontext institutioneller Gewalt und Machtmissbrauch. D.A.R.V.O. beschreibt dabei eine typische Reaktionsweise von Tätern, in der Regel vor allem dann, wenn sie mit ihrem missbräuchlichen Verhalten konfrontiert werden.
Auf der Webseite von Dr. Jennifer Freyd findet man einige Artikel von ihr zum Thema. Dort stellt sie auch Messinstrumente zur Verfügung und beschreibt, dass Täter in Verläumdungsklagen den Opfern gegenüber stets versuchen, diesen geistige Erkrankungen und ähnliches zu unterstellen, um sie unglaubwürdig zu machen – im Grunde nichts anderes, was dem Sündenbock in narzisstischen Familiensystemen auch unterstellt wird.
Es ist also immer das gleiche. Man kann diese Muster, diese Täter-Dynamiken auf nahezu alles anwenden, egal um welche Gruppe es hier geht und um welche Form von Missbrauch.
ABER: Nicht alle Menschen, die sich irgendwann mal verteidigen, wenden D.A.R.V.O. an. D.A.R.V.O. ist kein spontanes Missverständnis. Es ist ein konkret strategisches Muster von den Persönlichkeitsstrukturen aus der sogenannten dunklen Triade und ein Täterschutzmechanismus, um Verantwortung abzuwehren und Macht zu sichern.
Kommen wir jetzt zu den einzelnen Buchstaben. Bitte beachte, dass einzelne Sätze generell auch Menschen verwenden können, die nicht strategisch arbeiten. Manipulation geschieht immer strategisch, beinhaltet die Abwehr von normaler Menschlichkeit und bildet sich aus einem Konglomerat von Einzeltechniken. Einzeltechniken und Einzelsätze stehen dann also nicht alleine für sich. Das nur als kleine Zwischenanmerkung, nicht, dass du hier Schlüsse ziehst, wenn einer mal einen von diesen Sätzen sagt, dass er sofort D.A.R.V.O. anwendet oder dich strategisch manipuliert.
Das Akronym D.A.R.V.O.
Phase 1 – Deny
Das D steht für Phase 1 – Deny, also das Leugnen. Die erste Reaktion ist fast immer erstmal alles zu leugnen.
Beispiele für Schritt 1. – das Leugnen – wären:
„Das stimmt nicht.“
„So war das nie.“
„Du übertreibst, das bildest du dir ein, das hast du falsch verstanden.“
Psychologisch gesehen geht es hier um Realitätskontrolle. Wenn Täter es schaffen, die Realität zu verdrehen, behalten sie die Definitionsmacht über die Situation. Und für Kinder ist diese Phase besonders zerstörerisch, denn Kinder sind auf ihre Bezugspersonen immer angewiesen, um die Welt zu verstehen, um zu wissen, wer bin ich eigentlich und wie funktioniert die Welt. Wenn Mama oder Papa sagen: „Das ist nie passiert, das ist ganz anders passiert, als du das gerade behauptest“, dann zweifelt das Kind an sich selbst, nicht an den Eltern. Da kommen wir dann in den Bereich der Double Binds und das Gaslightings, was psychisch sehr dramatische Folgen für Kinder haben kann.
Übrigens über den psychodynamischen Abwehrprozess der Verleugnung habe ich schon mal ein eigenes Video gemacht. Wenn dich der Mechanismus der Verleugnung an sich interessiert, dann schau gerne mal in das Video / den Artikel rein. Da erkläre ich das nämlich ein bisschen genauer und auch von zwei verschiedenen Seiten: LINK.
Phase 2 – Attack
Das A steht für Phase 2: Attack, also für den Angriff. Wenn Leugnen nicht mehr ausreicht, folgt der Angriff. Jetzt wird nicht mehr diskutiert, jetzt wird sehr konkret abgewertet.
„Du bist schwierig, du bist empfindlich.“
„Mit dir kann man nicht reden.“
„Du hast schon immer Probleme gemacht.“
„Du bist krank, aggressiv, sonst wie defizitär. Du brauchst Hilfe.“
Hier beginnt die Pathologisierung. Das Opfer selbst wird als Mensch, als Person zum Problem erklärt. In narzisstischen Familien sehen wir das sehr häufig in Form des identifizierten Patienten, d.h. in narzisstischen Familien wird der Sündenbock häufig zum identifizierten Patienten und als krank erklärt. Auch über den Unterschied zwischen den Begriffen „Schwarzes Schaf“, „Sündenbock“ und „Identifizierter Patient“ habe ich bereits ein Video gemacht. Wenn dich das Thema interessiert, findest du das Video / den Artikel hier: LINK.
Ein Kind wird hier konkret zum Symptomträger der gesamten Dysfunktion der Familie gemacht. Alle anderen bleiben scheinbar gesund. Dabei zeigt sich am Sündenbock die Wahrheit und dass die anderen das Problem haben. Deswegen brauchen sie ja genau einen Sündenbock bzw. einen identifizierten Patienten.
Das heißt, überall, wo es Sündenböcke gibt, gibt es eine kranke Struktur, eine dysfunktionale Struktur in sich, weil gesunde Gruppen keinen Sündenbock brauchen.
Phase 3 – Reverse Victim & Offender
Phase 3 ist dann die eigentliche Opfer-Täter-Umkehr, also das R für Reverse – umdrehen – und V und O stehen für victim, also Opfer and Offender, Täter oder Täterin. Die dritte Phase ist die perfideste. Hier drehen sich die Rollen, also Opfer und Täter, vollständig um. Plötzlich ist der Täter das arme Opfer:
„Ich leide wegen dir.“
„Du machst mich krank.“
„Du zerstörst die Familie.“
„Du bringst mich noch ins Grab.“
D.A.R.V.O. im Einzelsetting
So, kommen wir jetzt zu D.A.R.V.O. im Einzelsetting. Im Einzelkontakt, z.B. zwischen Eltern und Kind oder Partner und Partnerin, wirkt D.A.R.V.O. sehr direkt. Das Opfer wird strategisch verwirrt. Es fragt sich also, ob es vielleicht selbst übertrieben hat oder unfair war.
„Bin ich wirklich schuld?“ – Das Nervensystem gerät in Alarm, denn der Verrat, die Lüge und der Missbrauch erscheinen plötzlich in einem System, das Schutz bieten sollte. Häufig entsteht hier Dissoziation. Natürlich passiert hier auch vieles unbewusst, denn unser Gehirn möchte ja erstmal gar nicht glauben, dass der andere ein strategischer Täter ist, der seine Ziele über das Opfer erreichen und Macht ausüben möchte und auch sogar Erkrankungen beim Opfer dafür in Kauf nimmt. Das Opfer ist also – je nach Konstellation der narzisstischen Persönlichkeit des Täters – real in Gefahr, weil die Spielregeln der Menschlichkeit komplett ausgehebelt werden.
D.A.R.V.O. in Gruppen
D.A.R.V.O. gibt es aber nicht nur im Einzelsetting, sondern was für meine Zielgruppe hier, also hauptsächlich die Sündenböcke, in der Regel sehr viel wichtiger ist auch in Gruppen und Familiensystemen.
Für Sündenbock-Kinder ist vor allem die Gruppendynamik entscheidend, nicht nur das, was über eine Person, also den Narzissten oder die Narzisstin, auf ihn projiziert wird bzw. wie mit ihm umgegangen wird. Hier wirkt D.A.R.V.O. kollektiv, da Narzissten ja viel mit Beschämung vor anderen mit tatsächlichem und auch vollkommen bewusstem Verrat im Umfeld bzw. in der Öffentlichkeit und mit Schmierkampagnen, Lügen, Gerüchten, Halbwahrheiten, Auslassungen von entlastenden Wahrheiten und diesem Ganzen, was dann noch mit dran hängt, arbeiten.
Ein narzisstischer Täter mobilisiert immer das Umfeld gegen sein Opfer, alleine schon um es als unglaubwürdig nach außen darzustellen und um es für seine Zwecke von außen zu isolieren. Und Isolation ist für das menschliche Nervensystem existenzbedrohend.
Evolutionär bedeutet Ausschluss Lebensgefahr. Deshalb wirkt D.A.R.V.O. in Gruppen so traumatisierend, weil es häufig tatsächlich zum Ausschluss führt oder kurz davor steht bzw. damit sehr stark und sehr krass gedroht wird. Also jedem, dem Kind gedroht wurde von narzisstischen Eltern, er komme ins Heim für schwer erziehbare Kinder beispielsweise, der weiß genau, wovon ich gerade rede.
Wenn wir uns das in erwachsenen Gruppen einmal ansehen, könnte es z.B. so sein, dass der narzisstische Anführer einen Sündenbock in der Gruppe ausgewählt hat, den er abwerten möchte oder an dem er durch dessen Ausschluss den anderen gegenüber seine Macht demonstrieren will. Er hat ja einen großen Machtanspruch und beansprucht auch die Entscheidungsgewalt über die Gruppe, will aber gar keine Verantwortung für die einzelnen Mitglieder der Gruppe übernehmen. Das heißt, die Gruppe hält über manipulative Strukturen und Abhängigkeiten zu dem Narzissten und hofft, dass nicht man selbst derjenige wird, der irgendwann öffentlich als Opfer vor der Gruppe steht. Ist dem Opfer das noch nicht klar, was passiert, weil es entweder noch nicht genug über Narzissmus, über Manipulation oder Gruppendynamiken weiß, dann handelt es häufig sehr menschlich.
Das bedeutet, es bemerkt einen Konflikt und möchte diesen gerne klären, sucht vielleicht das Gespräch mit dem Narzissten oder mit einem aus seinem Gefolge, also mit einem der Gruppe. Beides ist schlecht, denn sobald der Narzisst weiß, dass sein Opfer versucht etwas zu klären, läuft er Gefahr, dass sein Missbrauch irgendwie ans Licht kommt. Das bedeutet, bis zu diesem Zeitpunkt kann er alles verleugnen und so tun, als wäre alles in Ordnung oder alles leugnen, aber ab diesem Zeitpunkt setzt er dann zum Angriff an, A wie Attack!
Das heißt, hier sieht sich der Narzisst bedroht und beginnt sehr verstärkt das Opfer abzuwerten, ins Lächerliche zu ziehen, es zu provozieren, um Wut oder ähnliches, am besten noch vor anderen hervorzurufen, Rufmord zu betreiben, schützenswerte Informationen vom Opfer in der Öffentlichkeit zu verbreiten, um es zu diffamieren und es so zu gaslighten, dass es vielleicht psychisch tatsächlich kippt, um es als einfach krank, grundlos, aggressiv oder sonst wie gestört darzustellen. Und das funktioniert bei Menschen, die diese Mechanismen nicht überblicken können.
Bekommt das Opfer mit, was hinter seinem Rücken läuft, möchte es sich korrekt verhalten und auch das in der Regel noch klären. Vielleicht spricht es den Narzissten an und sagt, dass ihm zu Ohren gekommen ist, dass er Dinge im Umfeld erzählt und so weiter. An dieser Stelle passiert dann die Täter-Opfer-Umkehr häufig durch genau das Umdrehen der Fakten.
Der Narzisst reagiert z.B. völlig empört, dass sein Opfer es wagt, ihm ein solches Verhalten zu unterstellen. Damit unterstellt er dem eigentlichen Opfer, dass es den gerade geschilderten Umstand erfindet, lügt und den Narzissten völlig grundlos angreifen würde. Und damit ist jetzt das eigentliche Opfer, dass die Situation nur klären und die Sachlage richtig stellen wollte, der angebliche Täter, der dem Narzissten böswillig irgendwelche Dinge unterstellt, die angeblich gar nicht wahr seien.
Klärungsversuche mit Narzissten
Das ist übrigens der Grund, den ich selbst lange nicht verstanden habe, warum man mit Narzissten nicht versuchen sollte, eine Klärung herbeizuführen. Ich dachte ja immer, ich muss nur die Mechanismen verstehen, andere meinen das nicht böse, sondern machen das alles unbewusst. Und sobald ich es erklären kann, können wir das Problem klären und dann ist für alle gesorgt. Ja, das war mein Denken. Das ist ein, wie ich finde – wie ich auch immer noch finde -, ein ganz normales menschliches Denken. Und ich wäre nie darauf gekommen, dass Menschen ihre eigenen Kinder, Freunde und Partner auf so derart perfide Weise absichtlich verraten, im Missbrauch halten und Klärung innerhalb dieser Schutzkonzepte wie Partnerschaften, Familie und Freundschaften gar nicht gewünscht ist, sondern mit Absicht ein Mensch geopfert wird, nämlich der Sündenbock, um selbst vollkommen absichtlich keine Verantwortung übernehmen zu müssen und sich noch am Opfer zu bereichern.
Narzissten denken nämlich ganz und gar nicht normal menschlich, sondern sie denken in Grandiosität, in Anspruchsdenken, Machtgefällen, Kontrolle anderer, in sehr bewusster Manipulation, in Täter und in Opfer und so weiter.
UND: Narzissten sind nicht einfach nur traumatisiert, sie sind traumatisiert und sie sind zeitgleich Narzissten. Die wissen ganz genau, was sie tun. Wer hingegen häufig in sehr toxischer Schuld gefangen ist, das sind die Opfer, die sich tatsächlich Selbstvorwürfe machen, was sie falsch gemacht haben. Gerade diejenigen, die heute erwachsen sind und als Sündenböcke in narzisstischen Familien aufgewachsen sind, bekommen nicht selten Körperflashbacks, emotionale Flashbacks und so weiter und finden sich schnell in regelrechten Schuldtrips wieder, vor allem, wenn diese später durch narzisstische Täter erneut getriggert werden. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, spielen Narzissten gerne das arme Opfer im Außen.
Das hat nichts mit Opfer-sein zu tun, sondern mit einer Opferhaltung. Die Welt schuldet diesen Menschen etwas aus ihrer Sicht. Der Sündenbock schuldet ihnen etwas. Aber Kinder schulden dem Elternteil weder Dankbarkeit auf dieser Welt zu sein noch sonst irgendwas. All das sind Lügen. Kinder schulden ihren Eltern gar nichts. Sie haben nicht darum gebeten auf die Welt zu kommen, sondern sie sind für das Wohl ihrer eigenen Kinder später verantwortlich und so weiter, so dass jeder seinen ganz natürlichen Platz in der Generationenkette hat und nicht völlig wild in irgendwelchen von Narzissten erschaffenen Rollen lebt.
Die Verbindung zum Verratstrauma
Hier schließt sich nämlich der Kreis zum Beitrag über das Verratstrauma. Verratstrauma entsteht dort, wo wir Missbrauch erleben und gleichzeitig auf den Täter angewiesen sind oder uns mit einem Täter in einem Schutzkonzept befinden, also einer Partnerschaft, einer Familie, einer Freundschaft oder so ähnlich, ja, wo wir quasi nicht damit rechnen, dass wir manipuliert, ausgenutzt und krank gemacht werden. D.A.R.V.O. zwingt Betroffene nicht nur ihre eigene Wahrnehmung zu verraten und zu verleugnen, sondern auch dazu nach dem Missbrauch an ihnen auch noch die Verantwortung dafür zu übernehmen. Und gesellschaftlich gibt es noch einen sehr verbreiteten Mechanismus, der mit D.A.R.V.O. Hand in Hand geht, um Opfer in die Verantwortung zu zwingen, die sie aber nie hatten, denn nicht sie sind die Täter, sondern die Opfer.
Die meisten Menschen schauen nämlich weg. Und warum ist das so? Warum schauen wir nicht hin? Wir schauen nicht hin, weil wir nicht sehen wollen, dass jeder von uns zum Opfer werden kann. Die meisten Menschen wollen das Gefühl haben, selbst alles richtig zu machen und deshalb könne ihnen nichts passieren.
Als Beispiel: Eine Frau wird abends auf dem Nachhauseweg vergewaltigt und später noch gefragt, ob ihr Rock vielleicht zu kurz war. Auch das ist Täter-Opfer-Umkehr in einer sehr aktiven Art und Weise (sog. Victim Blaming).
D.A.R.V.O. und Manipulation
Jetzt möchte ich gerne noch mal kurz darauf eingehen, warum D.A.R.V.O. Manipulation ist. Manipulation bedeutet das Verhalten anderer gezielt zu beeinflussen, ohne dass es der andere merkt und zwar zum eigenen Vorteil und das in der Regel nicht punktuell, sondern strategisch.
In sämtlichen Schutzkonzepten, wenn es nicht nur um eine einmalige Manipulation wie z.B. bei einenAutokauf geht, sondern um die Manipulation von Narzissten in Schutzkonzepten, dann haben wir es immer mit einer langfristigen strategischen Manipulation zu tun. Da geht es nicht darum, punktuell etwas haben zu wollen oder punktuell etwas erreichen zu wollen, sondern da geht es um die Langfristigkeit und zwar zum eigenen Vorteil.
Und D.A.R.V.O. erfüllt genau das. Es verschiebt die Verantwortung, es destabilisiert das Opfer und es bindet Opfer an den Täter, wadurch es die Macht des Täters über das Opfer sichert.
Deshalb ist D.A.R.V.O. auch kein Missverständnis. Es ist psychischer Missbrauch. Manipulation ist psychischer Missbrauch. Doch was kann man denn jetzt tun? Wie kann man sich befreien?
Der erste Schritt raus
Das ist ein riesengroßes Thema und sehr, sehr schwierig, das in einem so kurzen Beitrag irgendwie auch nur annähernd vollständig erklären zu wollen oder dich davon freizukriegen. Aber der erste Schritt ist immer, für sich selbst das zu benennen, was tatsächlich da ist. Also die Fakten zu benennen. Am besten schreibt man die auch auf. Dieses und jenes ist passiert. Das war nicht meine Schuld, das war Schuldumkehr. Es war D.A.R.V.O. Es war Manipulation. Das braucht Zeit, hinter diesen Mechanismen zu steigen, sie zu verstehen und zu erkennen. Und oft braucht es auch mehrere Anläufe und häufig braucht es auch Unterstützung, weil das einfach ein riesiges und komplexes Thema ist.
Wesentlich ist neben der Psychoedukation (dem Wissen über Manipulation) und der Nutzung von Tools zur Orientierung und zum Entgegenwirken aus der Dissoziation – vor allem, wenn du als Sündenbock in einem narzisstischen System aufgewachsen bist – dass du lernst, deine eigenen Bedürfnisse zu erkennen, deine Identität kennenzulernen, Grenzen zu setzen (bei Narzissten bitte immer nur sehr subtil! – Lieber den leisen Rückzug präferieren…) und ressourcen zu etablieren.
Wenn du dich in diesem Beitrag wiedererkennst, dann hast du vermutlich etwas erlebt, das viele nicht sehen und sogar verleugnen. Und das ist für viele Betroffene sehr real und macht auch viele sehr, sehr instabil und teilweise auch sehr, sehr krank, weil sie an sich zweifeln. Genau das war zu jeder Zeit gewollt!!!
Wenn du magst, komm gerne auf mich zu (Kontaktdaten siehe unten). Ich helf dir gerne traumasensibel, manipulative Strukturen zu erkennen, dich davon zu entkoppeln und familiäre Strukturen aus einer nicht therapeutischen Sicht zu dekodieren.
Bei mir gibt es psychologische Beratung, keine Therapie. Das heißt, bei mir musst du psychisch stabil genug sein, um mit mir arbeiten zu können. Außerdem findest du in meiner Community und in meinen Beratungsangeboten geschützte Räume, um solche Erfahrungen einzuordnen und dich auszutauschen. Also komm gerne mal auf meine Website und schau gerne mal, was ich da so für dich im Angebot habe. Du musst diesen Weg nicht alleine gehen und es ist ganz ganz wundervoll, dass du hier bist. Pass gut auf dich auf.
Solltest du selbst betroffen sein von psychischem Missbrauch / Mobbing, dann hole dir bitte unbedingt wohlwollende Unterstützung an die Seite von jmd., der sich mit der Thematik auskennt und dir auch das Gefühl geben kann, dass du bei demjenigen gut aufgehoben bist. Du solltest eine gute Psychoedukation – auch bzgl. möglicher Vorgehensweisen mit solchen Menschen, die das tun und Regulationstechniken – erhalten können, um aus einer solchen Situation so schnell wie möglich heraus zu kommen. Denn auch starke Menschen mit einem gefestigten Umfeld können unter Mobbing sehr leiden und psychische oder körperliche Schwierigkeiten bekommen. Du bist nicht alleine!

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Literatur
Bildquelle
Ferocious American Alligator with open mouth and sharp teeth in murky water, by zorotoo’s Images | Canva Pro
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